Provence, kulinarische Reise, Oliven
Wer kennt es nicht, das Bild von Noahs Taube, die von ihrem Erkundungsflug mit einem Olivenzweig im Schnabel zurückkehrt. Dieser anspruchslose mediterrane Baum ist mit Mythologie und Geschichte so eng verflochten, wie kaum ein anderes Symbol. Ein Olivenzweig symbolisiert Frieden, Verbrüderung und Hoffnung...

 

Wunderbare Olive


Wer kennt es nicht, das Bild von Noahs Taube, die von ihrem Erkundungsflug mit einem Olivenzweig im Schnabel zurückkehrt. Dieser anspruchslose mediterrane Baum ist mit Mythologie und Geschichte so eng verflochten, wie kaum ein anderes Symbol. Ein Olivenzweig symbolisiert Frieden, Verbrüderung und Hoffnung.

Die Gründe hierfür sind vielfältig, doch längst der Vergessenheit anheim gefallen: Bevor es elektrischen Strom gab, erhellte das Öllicht die Dunkelheit und nahm den Menschen die Angst. Olivenölvorräte repräsentieren im mediterranen Raum seit alters her Wohlstand und gesichertes Auskommen. Der Baum ist anspruchslos, einfach, großzügig und gilt als unsterblich. Der Wurzelstock überlebt Feuersbrünste ebenso wie exzessive Fröste, denn wenn der Baum abstirbt, wachsen im darauf folgenden Jahr unzählige Sprösslinge rund um den alten Stamm nach. Daher sieht man häufig eine kreisförmige Anordnung der Stämme. Früher galten Olivenplantagen als Orte der Kontemplation und der materiellen Sicherheit. Mit sechs oder sieben Jahren gibt der Ölbaum seine ersten Früchte. Ab 20 Jahren bringt er einen regelmäßigen Ertrag von 15 bis 50 kg Oliven je nach Sorte.

Die Olive findet ihre nördlichste Ausbreitung in Nyons, oberhalb der Provence. Der Ort gilt in Frankreich als heimliche Hauptstadt der Olive. Die Frucht, die man im Winter erntet, wird mit großer Raffinesse behandelt. Das Endprodukt hebt sich in seiner Vielfalt angenehm von spanischen oder griechischen Sorten ab. Auf den Wochenmärkten gibt es schwarze und grüne (vorzeitig geerntete) eingelegte Früchte, die jede Mahlzeit abrunden.
Fünf Kilos Oliven sind notwendig, um einen Liter Öl zu erhalten. Olivenöl wird häufig in der mediterranen Küche benutzt. Es ist die Butter der Provence! Es kann ebenso gut roh (in Salatsoßen, anstelle von Butter in Pasta...) wie gekocht verspeist werden. Wichtig ist es, es nicht zu hohen Temperaturen auszusetzen (über 210 °C). Olivenöl enthält viel Vitamin A und E sowie ungesättigte Fettsäuren und ist daher sehr gesund. Wenn der Säuregrad unter 1 % ist, handelt es sich um ein Extra natives Olivenöl, das beste.

Heute ist das Olivenöl ein Konsumgut des täglichen Bedarfs. Liebhaber werden aber Flaschen wählen, deren Preis manchmal mit Ausleseweinen rivalisiert. Mehrere Olivenöle besitzen in der Tat eine geprüfte Herkunftsbezeichnung (AOC):

Olivenöl aus Nyons
Olivenöl aus dem Tal von Les Baux-de-Provence
Olivenöl aus Aix-en-Provence
Olivenöl aus der Haute-Provence
Olivenöl aus Nizza
Olivenöl aus Korsika, Oliu di Corsica
Olivenöl aus Nîmes


Wenn Sie sich mit der Olive und dem Anbau der Ölbäume vertraut machen wollen, besuchen Sie die Ölmühlen und ihre kleinen Läden mit handwerklich hergestellten Produkten.


Moulin à huile Jullien
Route d’Apt
Chemin du moulin à huile
84490 Saint-Saturnin-les-Apt


Moulins de la Brague

2 Route de Châteauneuf
06650 Opio


Moulin à huile du Rossignol
41 Chemin des Paroirs
Route de Saint Mathieu
06130 Grasse




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