Provence, Luberon, kulinarische Reise, Weinberge
Als die Griechen Marseille gründeten, brachten sie eine Pflanze namens „vitis vinifera“ mit: Die Weinrebe. Sie prägt bis heute die Landschaften der Provence...

 

Unterschätzte Tropfen


Als die Griechen Marseille gründeten, brachten sie eine Pflanze namens „vitis vinifera“ mit: Die Weinrebe. Sie prägt bis heute die Landschaften der Provence.
Der Regionalpark Luberon birgt drei Weinbaugebiete geprüfter Herkunftsbezeichnung (AOC-Label):
„Côtes du Luberon“, „Côtes du Ventoux“ und „Côteaux de Pierrevert“. Alle drei sind Neukommer auf den französischen und internationalen Märkten und gewinnen zusehends an Anerkennung.
Dennoch gilt der Luberon noch immer als minderwertiges Weinbaugebiet.

Zu Unrecht, wie wir meinen. Einige Weingüter im Luberon bringen exzellente Rot- und Weißweine in die Flaschen, die sich sehen und schmecken lassen können. Tatsächlich gibt es hier Weine, die einen Vergleich mit überbezahlten Côte du Rhône oder Bourgogne-Weinen nicht zu scheuen brauchen. Der Fachhandel hat dies inzwischen erkannt und profitiert von den unterbewerteten Reben, vor allem die roten Sorten Syrah und Grenache. Die aus dem kühleren Norden stammende Syrah-Rebsorte gewinnt durch die frühere Reifung im Luberon an Kraft, Frucht und Finesse. Weißweine haben den Vorteil, dass sie jung getrunken werden können. Ebenso verhält es sich mit dem Rosé, der zudem ein idealer, gekühlt hervorragend mundender Sommerwein ist.

Der Weinanbau erfordert ganzjährig viel Arbeit, denn ohne tägliche Fürsorge gibt der Weinberg keine Früchte: Zwischen Dezember und März wird er geschnitten, von April bis Mai wird er ausgeputzt und anspaliert. Die Sommermonate sind dem Laubschnitt und der Aufsicht der Reben gewidmet. September und Oktober sind die Monate der Weinlese und der Weinbereitung.

Erwähnenswerte Weingüter sind Château de la Verrerie bei Puget-sur-Durance, Château la Canorgue bei Bonnieux und Domaine de la Citadelle bei Ménerbes. Letzteres hat außerdem ein originelles Korkenzieher-Museum aufzuweisen. Die hier bereiteten Weine sollten mindestens fünf Jahre lagern, bevor sie das Licht der Welt und das Glas des/der Weintrinkerin erblicken (Kenner bezeichnen das Trinken eines nicht mindestens zehn Jahre alten Canorgues schlicht als Frevel!). Da man sich solch eine Delikatesse nicht unbedingt leisten kann, hilft nur eins: lagern, lagern, lagern. Und: Disziplin, Disziplin, Disziplin.

Zum Gleichtrinken eignen sich Weine der Weingüter Domaine Puy Marquis bei Apt, Domaine la Tuillière bei Joucas und der Coopérative de la Gare bei Bonnieux (wenn Sie vergeblich den Bahnhof suchen, stoßen Sie vielleicht auf das gleichnamige und empfehlenswerte Restaurant gleich neben der Kooperative). Natürlich gibt es auch andere Güter, Schlösser und Kooperativen, die leckere Tropfen in ihren Regalen bereitstehen haben – die dürfen Sie selbst entdecken. Dabei helfen können Ihnen vielleicht das Weinfachgeschäft Cave du Septier oder die Coopérative agricole Le vin de Sylla in Apt, wo man auch zu Mittag essen kann.


A.O.C. (geprüfte Herkunftsbezeichnung) Côte-du-Rhône:
Die Dörfer Cairanne, Rasteau, Beaumes-de-Venise, Valréas, Roaix, Sablet, Séguret, Puyméras, Visan und die Weinbaugebiete Châteauneuf-du-Pape, Vaqueyras, Gigondas.

 

 

 

 




Provence, Luberon, kulinarische Reise, Weinberge