Südfrankreich, Côte d'Azur, Geschichte
Die Geschichte der Côte d’Azur beginnt Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Engländer nahmen zu jener Zeit nämlich die Gewohnheit an, den Winter im südländischen Küstengebiet zu verbringen, um ihre Tuberkulose zu pflegen...


Die Geschichte der Côte d’Azur beginnt Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die Engländer nahmen zu jener Zeit nämlich die Gewohnheit an, den Winter im südländischen Küstengebiet zu verbringen, um ihre Tuberkulose zu pflegen. So erstaunlich es auch sein mag: Die Côte d’Azur, die die Engländer schon damals French Riviera nannten, begann ihre glänzende Karriere als Sanatorium für die reichen Untertanen ihrer Majestät.

Die heutige Côte d’Azur war zu jener Zeit eine weite, wilde Gegend. Marseille, Hyères, Antibes und Nizza wurden zwar allesamt im Altertum gegründet, ihr Umland jedoch war abgesehen von einigen armen Fischerdörfern vollends unbesiedelt. Entsprechend war eine Reise von London bis nach Nizza damals ein 15-tägiges Abenteuer.

Tatsächlich begann die Entwicklung der Côte d’Azur 1864 mit dem Ausbau der Eisenbahn bis nach Nizza, d.h. 30 Jahre nachdem Lord Harry Brougham Cannes entdeckt hatte und aus diesem bescheidenen Fischerdorf den größten Konkurrenten Nizzas gemacht hatte.

1887 entstand dann der Name Côte d’Azur unter der Feder von Stephen Liegeard.

1904 wurde dieser Name mit der Veröffentlichung eines „Die Côte d’Azur“ betitelten Reisehandbuchs des Fremdenverkehrsvereins von Nizza offiziell.

Damals und bis zum ersten Weltkrieg beschränkte sich der Tourismus auf die Wintersaison. Im Sommer waren die Hotels geschlossen und die Côte d’Azur ihren Bewohnern überlassen.

Zwischen den beiden Weltkriegen kam es zu einer grundlegenden Veränderung betreffend die Herkunft und den sozialen Stand der Besucherschaft: Die amerikanischen Künstler begannen, die Côte d'Azur zu bereisen und trugen maßgeblich zu ihrer Ausstrahlung bei. Ab 1936, Jahr der Einführung des ersten bezahlten Urlaubs, wurde die Côte d’Azur auch außerhalb der Aristokratie und dem wohlhabenden Bügertum populär. Heute besucht die ganze Welt die Côte d’Azur, die es mit ihren zahlreichen Kongressen und Festspielen versteht, konstant die Anzahl ihrer Besucher zu erhöhen. Entsprechend hat sich auch der Flughafen Nizzas zum zweitwichtigsten Frankreichs entwickelt.

Die Côte d’Azur verdankt ihre Weltgeltung nicht nur ihrem milden Klima und der Schönheit ihrer Landschaften, sondern auch den internationalen Filmfestspielen von Cannes und dem Grand Prix von Monaco.




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