Mont Ventoux: Wie man den Riesen mit Rad, zu Fuß oder mit Auto bewältigen kann

“Quand lo Ventor a son capèu
Se plòu pas ara, plourá lèu.”

“Hat der Ventoux seinen Hut auf
Wenn es nicht schon regnet, wird es bald regnen.”

Provenzalisches Sprichwort 

 

Der Mont Ventoux, der Riese der Provence, der heilige Berg, ist ein letzter Alpenausläufer. Einsam liegt er im Departement Vaucluse und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Landschaft. Bei klarem Wetter geht der Blick bis ans Mittelmeer, die Alpen und sogar die Pyrenäen. 

Entsprechend ist der Mont Ventoux nicht nur ein Ausflug für Radfahrer, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel. 1990 erklärte die UNESCO den Berg zum Biosphärenreservat, um seinen natürlichen Reichtum zu bewahren. Tatsächlich findet man hier seltene Arten wie den Grönland-Mohn, das bleiche Knabenkraut und die Pimpinelle sowie große Säugetiere und zahlreiche Vogelarten.

Hier einige Ideen, um den Riesen zu bewältigen. 

Die einfache Variante: Mit dem Auto oder Motorrad

Entdecken Sie die Nesque-Schluchten (Gorges de la Nesque) mit ihrem Panoramablick auf die umliegende Natur, das Städtchen Sault mit seinen Lavendelfeldern sowie die schönen Bergdörfer Aurel, Monieux, Brantes, Entrechaux, Malaucène und Le Barroux. Das beste Nougat der Provence finden Sie unserer Meinung nach übrigens in Sault bei André Boyer, Rue Porte des Aires. 

Etwas anspruchsvoller: ein Stück zu Fuß

Im Umkreis des Mont Ventoux bieten sich zahlreiche Wandermöglichkeiten: markierte Wanderwege, thematische oder begleitete Wanderungen… Der Zentrum für Naturerkundung in Sault (Centre de Découverte de la Nature et du Patrimoine Cynégétique, Avenue de l’Oratoire, 84390 Sault) bietet Besichtigungen und Führungen zu botanischen Themen.

Ab dem Wintersportort Mont Serein (1400 m) bis zum Gipfel des Mont Ventoux (1910 m) brauchen Sie fast 2 Stunden. In Mont Serein parken Sie auf dem Campingplatz und wandern geradeaus weiter auf der abgesperrten Teerstraße. Folgen Sie dann einfach dem weißrot markierten Wanderweg GR 4. Unterhalb des Gipfels erreichen Sie die Fahrstraße und die Orientierungstafel. Danach führt ein schmaler Weg rechts zum Gipfel.

Anspruchsvoll und unvergesslich: Mont Ventoux bei Nacht

Für die Sensationsfreudigen gibt es ebenfalls eine Wanderung, die Sie begleitet über Nacht erleben können. Im Juli-August findet diese Wanderung einmal pro Woche statt. Organisiert wird sie vom Office de Tourisme von Carpentras und Cedric, der seit 10 Jahren diese Ausflüge begleitet. Sie treffen sich ab 23h in Bedoin oder Malaucène. 

Sie brechen im Schein der Stirnlampen oder des Mondes auf, um den Mont Ventoux über seine Südseite zu besteigen.

Es stehen zahlreiche Pausen auf dem Programm, damit die gesamte Gruppe den Gipfel erreichen kann. Bei einem Zwischenstopp in einer alten Schäferei können sich alle ein wenig ausruhen.

Eine Stunde vor Sonnenaufgang wird die Wanderung fortgesetzt, um den Gipfel zu erreichen und endlich dieses herrliche Schauspiel zu beobachten.

Der Rückweg erfolgt ebenfalls über Pfade mit einer Frühstückspause unterwegs (nicht im Preis inbegriffen). Für diese anspruchsvolle Wanderung von 24 km und 1500 m positivem Höhenunterschied ist ein gutes körperliches Niveau erforderlich. Preis liegt bei 30€ pro Person.

Wir haben vorab mit Cédric telefoniert und er kann auch Wanderungen für Sie anpassen, wenn Sie privat den Mont Ventoux besteigen wollen: z. B. nur den Aufstieg wandern und mit dem Auto vom Gipfel abgeholt werden. Preis liegt bei 300€ (bis zu 10 Personen). 

Falls Sie Hilfe bei der Reservierung brauchen, können Sie uns gerne anschreiben und wir übernehmen die Kontaktaufnahme und Organisierung kostenlos. 

Cédric Demangeon’s Nummer lautet: 06 10 33 55 12

Seine Internetseite: https://www.aventoux-rando.com/randonnee-lever-soleil-ventoux 

Photos: L. Pamato

Die sportlichste Variante: Mit dem Fahrrad

Der Mont Ventoux ist für jeden Radfahrer, der etwas auf sich hält, eine große Herausforderung. Die Besteigung dieses mythischen Gebirgspasses mit einer Höhe von 1912 Metern steht regelmäßig auf dem Programm der Tour de France. Egal, von welcher Seite man bergauf radelt, die Steigung ist nichts für Anfänger. Ein provenzalisches Sprichwort bringt die Situation übrigens auf den Punkt: „Nicht verrückt ist, wer auf den Ventoux steigt, verrückt ist, wer dorthin zurückkehrt.“ Genannt sei hier nur der sehr sportliche Aufstieg ab Bedoin im Südwesten: Über den Tempêtes-Pass (Col des Tempêtes) bis zum Gipfel erwarten Sie 1600 m Höhenunterschied auf 21 km.

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