Reillanne: Sonntagsmarkt im Hippiedorf der Provence

Reillanne: Sonntagsmarkt im Hippiedorf der Provence

Jeder in der Gegend weiß, Reillanne ist besonders. Hier kommt es nicht selten vor, Menschen mit peruanische Mütze und Pluderhose zu begegnen. Denn Reillanne gilt in der Gegend als das Hippie-Dorf schlechthin. Und dementsprechend herrscht eine entspannte Stimmung auf dem Sonntagsmarkt.

Als wir vor einigen Wochen den Markt besuchten, wurden wir gleich mit diesem Schild willkommen geheißen:

„Reillanne 28. Februar: Festlicher Abend zugunsten der Streikkassen. Getränkestand, Diashow, Kino, Crêpes, musikalische Unterhaltung und Debatten.”

Wir waren leider 2 Tage zu früh dort, sonst hätten wir gerne auch darüber berichtet.

Der Sonntagsmarkt ist relativ klein, aber sehr fein: einige Gemüsestände wie es sich für jeden Markt gehört, sowie einen leckeren Käsestand, der bunte Käsesorten anbietet, die mit Aromaten, Chilis oder getrocknetem Gemüse verfeinert werden. Sie sind nicht ganz billig, eignen sich aber hervorragend als Aperitif. Der Bio-bäcker und der Naturweinhändler (sofern man Naturwein mag, ist dieser Stand eine absolute Empfehlung) runden die Einkäufe ab. Einige Stände bieten auch Gerichte zum mitnehmen.

Über den Marktplatz gibt es das Café du Cours, wo öfters Live-Konzerte veranstaltet werden. Die Plätze auf der Terrasse des Cafés sind im Sommer sehr begehrt, denn sie bieten einen Ausblick auf den Markt und die Dorfkirche. Hier treffen die Einheimischen und die Touristen aufeinander, bestellen Kaffee oder das erste Bier, lesen Zeitschrift, plaudern und lassen die Sonne auf sich scheinen. Die einen fahren vor Mittag wieder los, die anderen bleiben und bestellen einen plat du jour. Immerhin ist es ja Sonntag.

Auf den Hin- oder Rückweg empfehlen wir, unbedingt bei der Biscuiterie (Keksfabrik) von Céreste anzuhalten. Diese befindet sich, etwas versteckt, neben dem Supermarkt U. Die Umgebung, ein großer Parkplatz, ist zunächst nicht sehr einladend. Doch wer die Tür zur Keksfabrik aufstößt, wird für seinen Mut belohnt. Alle Sorten – süß und einige salzige Varianten für den Apéro – sind selbst gemacht und mit einer minimalen Liste an Zutaten. Wenn man einige Sorten kosten will, kann man im kleinen Tee-Salon Platz nehmen und einen Tee mit Keksen bestellen. Gerne berät der Inhaber auch, wenn man sich nicht entscheiden kann.

La Rue des Biscuits
Lieu dit la gare Zone d’activité du moulin
04280 Céreste

Achtung, die Keksfabrik schließt am Sonntag Nachmittag und Montag ganztägig

Unsere Übernachtungstipps

Markt in Apt: Unsere Lieblingsstände

Markt in Apt: Unsere Lieblingsstände

Heute geht es um unsere geliebten provenzalischen Wochenmärkte. Einer der größten und ältesten des Luberon ist ohne Zweifel der Markt in Apt (jeden Samstag), der sich mit über 300 Ständen über die ganze Stadt erstreckt. Bei so vielen Ständen verliert man leicht den Überblick, deswegen dachten wir, dass wir heute mal ein paar Adressen hervorheben, die wir gerne regelmäßig besuchen.

Startpunkt: Royal Moka Café

Im Juli – August ist es ratsam, früh den Marktbesuch zu starten, denn meistens wird es ab 10 Uhr 30 zu voll (und heiss). Natürlich kann aber kein Tag ohne Kaffee wirklich starten. Am Anfang der rue Saint Pierre (die Straße am östlichen Eingang von Apt) gibt es einen guten Café, den Royal Moka. Sowohl der geröstete Kaffee als auch die Teeauswahl sind sehr zu empfehlen. Unser Tipp: für jeden Tee gibt es auch die Eistee Variante. Diese wird mit einem Kännchen Zuckersyrup serviert, sodass man die gewünschte Menge an Zucker selbst entscheiden kann.

Kaffeeliebhaber können auch ihren gemahlenen Kaffee für zu Hause dort kaufen.

 

1. Stand
Provenzalische Hausschilder

Gleich neben dem Royal Moka Café entdeckt man einen Stand mit tollen Hausschildern aus Keramik. Die schönen, einladenden Farben sind ein richtiger Augenfänger und gerne hält man an, um sich die Handarbeit genauer anzusehen. Die Künstlerin Martine Guimet erstellt auch personalisierte Hausschilder auf Anfrage (Produktionsdauer 1 – 2 Wochen). Eine originelle Idee, als Souvenir sein provenzalisches Hausschild für sein Haus in Deutschland zu haben, oder? Madame Guimet hat ebenfalls ihr Atelier in Saint Saturnin les Apt: 7 avenue Jean Geoffroy, 84490 Saint-Saturnin d’Apt.

2. Stand
Ziegenkäse

Wenn man die rue Saint Pierre weiter hinauf läuft, kommt man auf einen kleinen Platz, dort findet man die Boutique Rousset für provenzalische Süßwaren und die Maison Pinna für italienische Spezialitäten (die Lasagnen “to go” sind ein Genuss und lassen sich bequem zu Hause aufwärmen). Gegenüber der Maison Pinna findet man einen kleinen Ziegenkäsestand, der in Apt einen sehr guten Ruf genießt. Oft ist er am Ende des Vormittags schon ausverkauft, also schnell zugreifen, wenn man frischen Ziegenkäse mag.

3. und 4. Stand
Gemüse

Alle Gemüsestände sind sehr qualitativ, wir wollten hier nur zwei kleine Stände hervorheben, denn sie sind von den Bauern selbst gehalten (die großen Stände sind meistens Händler, die die Ware wiederverkaufen). Daher ist die Produktion auch klein und saison- und anbaubedingt (der Bauer auf Stand 3 verkauft z.B. nie Zucchinis), aber es hat den Charme des Authentischen und die Preise sind unschlagbar. Beide Stände befinden sich jeweils in den zwei nächsten Seitenstraßen rechts von der rue des Marchands, die die rue Saint Pierre verlängert.

5. Stand
Käse


Die erste Seitenstraße rechts von der rue des Marchands kommend (Place de la Cathédrale) beherbergt außerdem noch zwei weitere, interessante Stände. Der erste ist ein Käsestand für die, die gerne mehr als nur Ziegenkäse essen wollen und es gerne auch außergewöhnlich mögen. Viele Käsesorten sind mit anderen Kräutern und sonstigem aromatisiert: Espelette-Pfeffer, Kümmel, Oliven, getrocknete Tomaten… Und man kann alles probieren, bevor man sich entscheidet.

6. Stand
Brot


Ein wenig weiter gibt des den “Stand der Zwillinge”, wie ihn die Einheimischen nennen: zwei Zwillingsbrüder, die Brot aus den verschiedensten Getreidesorten verkaufen: Dinkel, Khorasan-Weizen, Roggen, Mais und noch vieles mehr!

7. Stand
Apéritif

Wenn man die rue des Marchands weiter entlang schlendert, kommt man auf den Rathausplatz. Dort findet man einige Stände, die den zukünftigen Apéritif abrunden werden: Oliven, verschiedene Aufstriche, eingelegter Knoblauch, Knabberzeug… hier kann man meistens auch alles probieren, wenn man fragt.

8. Stand
Samen


Ein ausgefallener Stand befindet sich am Place du Septier, gegenüber den Valseuses: Saatgut für Bauernpflanzen, Gemüse und Blumen in Kleinproduktion… hier findet man den Stand des Kollektivs “Gemüsegartens eines Neugierigen” (Le potager d’un curieux), eine Garteninitiative, die man in Saignon besuchen kann. Die Samensammlung ist im Laufe der Jahre durch eine Reihe von Funden, Entscheidungen, Herzensangelegenheiten und Schenkungen entstanden. Auf dem Markt in Apt wird ein Teil der Samen des Gartens weiterverkauft.

Endpunkt: Valseuse

Japanisch inspirierte Küche nur mit frischen, lokalen Zutaten, so könnte man die Valseuse zusammenfassen. Die Inneneinreichtung ist sehr angenehm (besonders die Deckenlampen!) und der Service tip top. Kurzum, der perfekte Ort, um nach seinem Marktgang Mittag zu essen. Achtung: besser am Vortag reservieren, denn die Adresse ist sehr beliebt, besonders am Markttagen!

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