Lavendelquizz: Wie gut kennen Sie sich aus?

Lavendelquizz: Wie gut kennen Sie sich aus?

Als wir uns überlegt haben, über welches Thema wir denn für Anfang Juli schreiben könnten, kam ganz schnell der Lavendel auf dem Teppich. Gleichzeitig gräuselt es uns aber auch ein wenig, darüber zu berichten.

Jedes Jahr werden unsere Social Medias überflutet von Lavendel, alle Märkte haben mindestens einen Lila-stand wo man alles mögliche, lavendel-haltige kaufen kann: Öl, Seife, Cremes… Sogar der Bäcker von Apt bietet Lavendelbaguette an…

Was kann man denn zusätzliches schreiben, oder eine Überdosis zu riskieren? 

Also haben wir uns gedacht, dass wir ein kleines, lockeres Quiz machen könnten, um unser Wissen über diese schöne Pflanze aus der Provence zu überprüfen. Hier nun unser “Richtig/Falsch” Ratespiel! 

Der Lavendel ist seit Hunderten von Jahren Symbol der Provence

Falsch. 

Lavendel als Symbol der Provence ist relativ neu und stammt aus dem 20. Jahrhundert. Unter anderem dank der regionalen Schriftsteller, die den Lavendel auf die Goldwaage legten. Der Lavendel als Blume der Provence erschien vor allem 1944 unter der Feder von Marguerite und Paul Augier in mehreren Erzählungen ihrer “Contes de Lure et du Ventoux” (regionale Märchenerzählungen). Und natürlich Jean Giono, der erklärte, dass Lavendel die „Seele der Haute Provence“ sei.

Die ersten Lavendelfelder wurden für den Tourismus angebaut

Falsch. 

Ende des 19. Jahrhunderts war der Anbau von Lavendel zunächst eine wirtschaftlich-politische Entscheidung, die man aufbrachte, um die Landflucht der Bevölkerung zu verhindern, besonders in den Gebirgsgegenden der Haute Provence.

Der Lavendel war bisher eine wilde Pflanze, die in den Bergen reichlich vorkam und auf den entwaldeten und verarmten Böden, die durch eine jahrhundertelange intensive und schlecht geführte Nutzung verarmt waren, hervorragende Bedingungen für ihre Entwicklung fand.

Der Lavendel bot viele Vorteile: zum einen ist er ist leicht anzupflanzen und zu pflegen. Zum anderen stieg die Nachfrage konstant dank der Industrie und der Parfümeure. 

Die Felder und Anbautechniken haben sich über die Jahrzehnte drastisch geändert

Richtig. 

Die ersten Lavendelkulturen waren Mischkulturen, Baïassières genannt (baïasse ist provenzalisch für Lavendelfuß). Sie wuchsen mit Mandel- und anderen Bäumen zusammen und es gab genug Distanz zwischen jedem Strauch, sodass ein Mensch dazwischen laufen konnte, um die Pflanze abzuschneiden. 

Als der Lavendel von den Hochebenen herunterkam, um in den Ebenen massiver angebaut zu werden, änderte sich auch die Lavendelkultur und nahm die Gestalt von kilometerlangen, uniformen und eng aneinander gereihten Feldern an.

Die Richtung der Lavendelreihen selbst veränderte sich: Ursprünglich verliefen sie parallel zu den Höhenlinien, damit die Pflanzen Wasser und Erde speichern konnten, heute verlaufen sie in Richtung des Hangs, damit die Traktoren leichter durchfahren können

Die Lavendelpflanzen sind zu 100% identisch für jedes Lavendelfeld

Richtig.

Zu Beginn des Lavendelanbaus wurden die Felder mit Setzlingen bepflanzt, die aus den weiten, mit wildem Lavendel bedeckten Flächen entnommen wurden, oder sie wurden gesät. Jede Pflanze war dann einzigartig und unterscheidete sich von den anderen in Größe, Form, Farbe und Qualität des ätherischen Öls.
Heute vermehrt man Lavendel durch Stecklinge. Dies sind die sogenannten Klonkulturen. Alle Pflanzen sind absolut identisch untereinander, in Form, Farbe und Qualität für ätherische Öle.

Lavendel wächst überall in der Provence

Falsch. 

Echter Lavendel wächst in Regionen, die mindestens 800 Meter über dem Meeresspiegel liegen, in trockenen, kalkhaltigen Gebieten, während Lavandin – sein Verwandter – so gezüchtet wurde, dass er relativ überall wachsen kann. Seit den 1950er Jahren hat der Lavandin, der auch fünfmal mehr Öl produziert, den feinen, echten Lavendel fast vollständig verdrängt. Heute macht die neue Art etwa 80% der Lavendelproduktion aus, wie in Valensole, während die Mutterart nur noch in den höheren Lagen zu finden ist, wie z.B. Sault. 

 

Alles richtig gehabt? 😉 

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Monieux und die Nesque-Schluchten: Unser Wandertipp

Monieux und die Nesque-Schluchten: Unser Wandertipp

Diesmal wollten wir über eine unserer Lieblingswanderungen und Dörfer berichten: Über die Nesque-Schluchten bis nach Monieux, und später noch einen Abstecher in Sault mit dem Auto. Also nichts wie los, Sie werden nicht enttäuscht sein. 

Der Ausgangspunkt: Das Wasserreservoir unterhalb von Monieux

Monieux liegt bei 700m Höhe, ungefähr 40 Autominuten nördlich von Apt entfernt und befindet sich unweit von Sault, dem Lavendeldorf schlechthin. Schon die Fahrt bis dorthin lohnt sich, besonders im Juni, denn Sie werden nach Saint-Saturnin viele Lavendelfelder kreuzen. Wenn Sie mit offenen Fenstern fahren, wird der Durft Sie begeistern. Einige Lavendel-Brennereien haben ebenfalls auf dieser Strecke ihre Schilder ausgehängt. Unterhalb des Dorfes befindet sich ein “plan d’eau” (Wasserreservoir) mit einem Parkplatz. Hier können Sie parken und die Wanderung beginnen, ein Weg rechts führt Sie durch die Nesque-Schluchten. 

Atemberaubendes Panorama

Die Gorges de la Nesque ist ein spektakulärer und wilder Canyon, der von Höhlen durchzogen ist. Sie erstrecken sich von Monieux bis Méthamis. Es kann etwas steil sein, aber der Weg bereitet keine besonderen Schwierigkeiten und ist für Kinder ab 10 auch überwindbar (nur nach Regenwetter nicht zu empfehlen, weil glitschig). Sie haben einen wunderschönen Ausblick und werden auch vielen Bories über den Weg laufen (Bories sind kleine Steinhütten, die typisch für die Provence sind). In den hohen Klippen der Nesque-Schlucht nisten zahlreiche Greifvögel. Steinadler, Wanderfalke, Schlangenadler, Uhu und Schmutzgeier sind leicht zu beobachten.

Die Kapelle Saint Michel, ein verstecktes Juwel

Der Weg durch die Schluchten ist gut markiert und Sie werden eine Ausschilderung zur Kapelle Saint Michel finden. Diese kleine Höhlenkapelle aus dem XII. Jahrhundert wurde im XVII. Jahrhundert restauriert. Diese Kapelle hat eine rechteckige Form und ein Ziegeldach. An der Innenwand sind Dekorationen aus der Zeit ihrer Erbauung zu erkennen.

Die Apsis und der Altar sind oft mit kleinen Zetteln bedeckt, auf denen die Erfüllung eines Wunsches gefordert wird. Gegenüber der Kapelle befand sich eine Einsiedelei, in der Eremiten im XVIII. und XIX. Jahrhundert lebten.

Zum Dorf Monieux

Es gibt zwei Möglichkeiten, nun zum Dorf zurückzugelangen. Wenn man dem Weg weiterhin folgt, kommt man auf eine “Route départementale”. Wenn man diese folgt, kommt man schneller nach Monieux, aber natürlich ist das Panorama nicht mehr so schön und man muss auf kommende Autos achten. Oder man überquert diese Straße und folgt weiterhin dem Wanderweg, wenn dann wieder bergab zum Dorfkern führt (insgesamt ca 8 Km Wanderung). 

In Monieux bei Laura Rachez vorbeischauen

Monieux selbst ist ein äußerst charmantes Dörfchen und gilt noch als Geheimtipp. Es ist auch die Heimat von Laura Rachez, Malerin und Keramikerin. Ihre Gegenstände haben den Charme der Unregelmäßigkeiten. Sie benutzt ihre Keramik wie eine Leinwand, auf welche sie dann frei nach ihrer Vorstellung malt: sinnliche Frauen, ein Zimmer, Katzen, oder auch Blumen. Treten Sie in ihr Universum ein, es lohnt sich. Zudem ist Laura Rachez eine sehr angenehme Person, die gerne über ihre Leidenschaft erzählt. 

Laura Rachez: Rue de la Bourgade, 84390 Monieux

Wo essen? Wir schlagen 3 Optionen vor

Option 1: Sie wollen es etwas gastronomischer, dann müssen Sie beim Restaurant Les Lavandes in Monieux reservieren. Die Terrasse bietet Ihnen einen herrlichen Ausblick. Der Chef arbeitet mit vielen lokalen Unternehmen, und hat eine besondere Leidenschaft für Trüffeln. 

Les Lavandes: 2 Place Léon Doux, 84390 Monieux

Option 2: Sie wollen es traditionnell französisch und haben Hunger. Ab ins Auto bis nach Sault zum Restaurant Le Provençal. Eine sehr großzügige Küche erwartet Sie.

Le Provençal: Rue Porte des Aires, 84390 Sault

Option 3: Sie wollen Finesse und Küche mit modernen Touch. Auch in Sault verbirgt sich das Restaurant Le petit Jardin. Dieses kleine Restaurant bietet eine ausgewogene Speisekarte mit vegetarischen Optionen. 

Le petit Jardin: Grande Rue, 84390 Sault

Und falls Sie noch etwas Energie und Motivation haben, können Sie in Sault leckeren Nougat bei André Boyer einkaufen, oder Lavendelprodukte bei La Loubatière. 

André Boyer: Place de l’Europe, 84390 Sault 

La Loubatière: 1 Place du Marché, 84390 Sault

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Markt in Apt: Unsere Lieblingsstände

Markt in Apt: Unsere Lieblingsstände

Heute geht es um unsere geliebten provenzalischen Wochenmärkte. Einer der größten und ältesten des Luberon ist ohne Zweifel der Markt in Apt (jeden Samstag), der sich mit über 300 Ständen über die ganze Stadt erstreckt. Bei so vielen Ständen verliert man leicht den Überblick, deswegen dachten wir, dass wir heute mal ein paar Adressen hervorheben, die wir gerne regelmäßig besuchen.

Startpunkt: Royal Moka Café

Im Juli – August ist es ratsam, früh den Marktbesuch zu starten, denn meistens wird es ab 10 Uhr 30 zu voll (und heiss). Natürlich kann aber kein Tag ohne Kaffee wirklich starten. Am Anfang der rue Saint Pierre (die Straße am östlichen Eingang von Apt) gibt es einen guten Café, den Royal Moka. Sowohl der geröstete Kaffee als auch die Teeauswahl sind sehr zu empfehlen. Unser Tipp: für jeden Tee gibt es auch die Eistee Variante. Diese wird mit einem Kännchen Zuckersyrup serviert, sodass man die gewünschte Menge an Zucker selbst entscheiden kann.

Kaffeeliebhaber können auch ihren gemahlenen Kaffee für zu Hause dort kaufen.

 

1. Stand
Provenzalische Hausschilder

Gleich neben dem Royal Moka Café entdeckt man einen Stand mit tollen Hausschildern aus Keramik. Die schönen, einladenden Farben sind ein richtiger Augenfänger und gerne hält man an, um sich die Handarbeit genauer anzusehen. Die Künstlerin Martine Guimet erstellt auch personalisierte Hausschilder auf Anfrage (Produktionsdauer 1 – 2 Wochen). Eine originelle Idee, als Souvenir sein provenzalisches Hausschild für sein Haus in Deutschland zu haben, oder? Madame Guimet hat ebenfalls ihr Atelier in Saint Saturnin les Apt: 7 avenue Jean Geoffroy, 84490 Saint-Saturnin d’Apt.

2. Stand
Ziegenkäse

Wenn man die rue Saint Pierre weiter hinauf läuft, kommt man auf einen kleinen Platz, dort findet man die Boutique Rousset für provenzalische Süßwaren und die Maison Pinna für italienische Spezialitäten (die Lasagnen “to go” sind ein Genuss und lassen sich bequem zu Hause aufwärmen). Gegenüber der Maison Pinna findet man einen kleinen Ziegenkäsestand, der in Apt einen sehr guten Ruf genießt. Oft ist er am Ende des Vormittags schon ausverkauft, also schnell zugreifen, wenn man frischen Ziegenkäse mag.

3. und 4. Stand
Gemüse

Alle Gemüsestände sind sehr qualitativ, wir wollten hier nur zwei kleine Stände hervorheben, denn sie sind von den Bauern selbst gehalten (die großen Stände sind meistens Händler, die die Ware wiederverkaufen). Daher ist die Produktion auch klein und saison- und anbaubedingt (der Bauer auf Stand 3 verkauft z.B. nie Zucchinis), aber es hat den Charme des Authentischen und die Preise sind unschlagbar. Beide Stände befinden sich jeweils in den zwei nächsten Seitenstraßen rechts von der rue des Marchands, die die rue Saint Pierre verlängert.

5. Stand
Käse


Die erste Seitenstraße rechts von der rue des Marchands kommend (Place de la Cathédrale) beherbergt außerdem noch zwei weitere, interessante Stände. Der erste ist ein Käsestand für die, die gerne mehr als nur Ziegenkäse essen wollen und es gerne auch außergewöhnlich mögen. Viele Käsesorten sind mit anderen Kräutern und sonstigem aromatisiert: Espelette-Pfeffer, Kümmel, Oliven, getrocknete Tomaten… Und man kann alles probieren, bevor man sich entscheidet.

6. Stand
Brot


Ein wenig weiter gibt des den “Stand der Zwillinge”, wie ihn die Einheimischen nennen: zwei Zwillingsbrüder, die Brot aus den verschiedensten Getreidesorten verkaufen: Dinkel, Khorasan-Weizen, Roggen, Mais und noch vieles mehr!

7. Stand
Apéritif

Wenn man die rue des Marchands weiter entlang schlendert, kommt man auf den Rathausplatz. Dort findet man einige Stände, die den zukünftigen Apéritif abrunden werden: Oliven, verschiedene Aufstriche, eingelegter Knoblauch, Knabberzeug… hier kann man meistens auch alles probieren, wenn man fragt.

8. Stand
Samen


Ein ausgefallener Stand befindet sich am Place du Septier, gegenüber den Valseuses: Saatgut für Bauernpflanzen, Gemüse und Blumen in Kleinproduktion… hier findet man den Stand des Kollektivs “Gemüsegartens eines Neugierigen” (Le potager d’un curieux), eine Garteninitiative, die man in Saignon besuchen kann. Die Samensammlung ist im Laufe der Jahre durch eine Reihe von Funden, Entscheidungen, Herzensangelegenheiten und Schenkungen entstanden. Auf dem Markt in Apt wird ein Teil der Samen des Gartens weiterverkauft.

Endpunkt: Valseuse

Japanisch inspirierte Küche nur mit frischen, lokalen Zutaten, so könnte man die Valseuse zusammenfassen. Die Inneneinreichtung ist sehr angenehm (besonders die Deckenlampen!) und der Service tip top. Kurzum, der perfekte Ort, um nach seinem Marktgang Mittag zu essen. Achtung: besser am Vortag reservieren, denn die Adresse ist sehr beliebt, besonders am Markttagen!

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