Oursinades: Seeigel in Carry-le-Rouet essen

Oursinades: Seeigel in Carry-le-Rouet essen

Les oursinades, eine ganz besondere Tradition in Südfrankreich und Korsika

Für einen Ausländer ist es wahrscheinlich schwierig, die Begeisterung der Südländer für den Seeigelfang, der nur im Winter stattfindet, auf Anhieb zu verstehen. Allein der Anblick dieses verdächtigen, spitzen Tieres lädt nicht gerade zum Schlemmen ein. Mit einem riesigen Stück Brot wird die magere orangefarbene Portion herausgeholt, um diesen jodhaltigen und gleichzeitig leicht süßlichen Geschmack zu genießen.

Das ist es, was eine oursinades (“Seeigel-Feier”) ausmacht: Man isst ein paar Seeigel, aber vor allem nutzt man diese Aktivität als Vorwand, um sich mit Freunden zu treffen, die kalten und sonnigen Tage zu feiern, Rosé zu trinken und andere Meeresfrüchte und herzhafte Gerichte zu essen.

Carry und die Seeigel

Carry ist zum Mekka für Seeigelfans geworden. Jeden Sonntag im Februar kommen Horden von hungrigen Menschen in dieses kleine Dorf, um unter Freunden dieser Tradition zu frönen. An den Ständen gibt es natürlich Seeigel, aber nicht nur! Nach einigen Runden um den großen Platz entschieden sich unsere Freunde und wir für Austern, Paella, Tintenfisch in Sauce und Strandschnecken. Dazu gab es ein paar kalte Flaschen Rosé- und Weißwein.

Ein frohes, kunterbuntes Fest

Als der Appetit gestillt war, konnte man schließlich am Hafen entlang spazieren oder beobachten, wie die Straßensänger die Leute unterhalten und die Kinder spielen und tanzen. In solchen Momenten denkt man, dass der Ausdruck „leben wie Gott in Frankreich“ gar nicht so weit von der Realität entfernt ist…

Gesungen wurde hier La chanson des Cigales (“Das Lied der Zikaden”) von L’Art à Tatouille… Wir übernehmen keine Verantwortung, wenn Sie auf Google das Lied suchen 😉

Rezept-Tipp: Seeigel mit Rührei

Für 4 Personen

Zutaten:

12 Eier

16 Seeigel

100g Butter

5cl flüssige Sahne

Salz, Pfeffer

Die Seeigel mit einer Schere aufschneiden und die orangefarbenen Zungen herausnehmen. Im Kühlschrank aufbewahren. Die Seeigelschalen mit Wasser abspülen, die 12 schönsten aufbewahren.

In einem Topf die Hälfte der Butter schmelzen, die gut verquirlten gesalzenen Eier hineingeben. Die Eier bei schwacher Hitze kochen. Mit einem Schneebesen von der Mitte des Topfes zu den Wänden hin die Eier umrühren. Wenn die Eier dicker werden, den Topf vom Herd nehmen, das Kochen wird in der heißen Pfanne beendet. Die restliche Butter und die flüssige Sahne unterrühren, langsam mit dem Schneebesen schlagen. In das Rührei die Seeigelzungen geben und vorsichtig mischen. In die Schalen füllen, einen Schuss Pfeffermühle dazugeben und sofort servieren.

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Marseille: Ideen für einen Tagesausflug

Marseille: Ideen für einen Tagesausflug

Kaum 2 Stunden Auto vom Luberon entfernt, und dennoch von vielen Urlaubern verachtet, weil “zu dreckig” oder gar gefährlich. Dabei hat Marseille so viel zu bieten: Kultur, Gastronomie, schöne Badebuchten und tolle Wanderungen. Hier listen wir einige Ideen, die man umsetzen sollte.

Ankommen und auf zum Vieux Port

Wenn Marseille eine Postkarte wäre, dann wäre der “vieux port” (alter Hafen) bestimmt darauf abgebildet. Der kleine Hafen mit seinen vielen angedockten Segelbooten und die Cafés laden zum Spaziergang ein. Ganz idyllisch gelegen gibt es den Caravelle. Im ersten Stock liegt das gut versteckte Restaurant, dessen Eingang nicht einfach zu finden ist. Hoch über dem alten Hafen und auf die “Bonne Mère”* schauend kann man einen guten aïoli bestellen, oder sich Abends auf Cocktails einlassen. Da der Ort klein ist, kann es auch vorkommen, dass das Restaurant schon ausgebucht ist, wenn man anruft. Alternativ haben wir noch einen super Tipp: l’Epicerie l’Idéal (11 Rue d’Aubagne, 13001 Marseille) in der Nähe von la Maison Empereur (Laden, den wir später erwähnen).

*Notre-Dame de la Garde, im Volksmund La Bonne Mère – „die gute Mutter“, ist eine Marien-Wallfahrtskirche in Marseille.

Im Panier schlendern

Das Quartier du Panier liegt nördlich des Alten Hafens im 2. Arrondissement und wird von den Einheimischen knapp „Panier“ genannt. Hier entstanden die ersten Besiedelung Marseilles: Die Grundrisse der Straßen und Treppen entsprechen zum großen Teil der griechischen Zeit. Die heutigen Häuser stammen überwiegend aus dem 18., einige aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Lange hatte der Panier eine schlechten Ruf und Touristen scheuten sich vor der Gegend. Renovierungen und ein Luxushotel haben aber dieses Viertel komplett verändert und nun gehört es zu einer der lebhaftesten Orte der Stadt: die Alten reden in den Straßencafés über Fußball, es wird mit weit geöffneten Fenstern gelebt und man hört immer den Fernseher, die Musik… Schöne Graffitis schmücken die Mauern und viele Handwerker haben sich dort niedergelassen: Keramisten, Schmuckhändler, Designer…

Wir empfehlen die Messerschmiede “La coutellerie du Panier” (22 Rue du Panier, 13002 Marseille). Die Werkstatt befindet sich direkt im Laden, sodass man den Handwerkern beim Schmieden und Formen der Kreationen über die Schulter schauen kann. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, einen Tag lang mit den Schmieden sein eigenes Messer hand zu fertigen.

Ebenfalls einen Abstecher Wert: das Atelier Celadon (40 Rue Sainte-Françoise, 13002 Marseille) für Keramik und Designer Objekte.

La Maison Empereur, die größte Fundgrube der Welt!

Unweit der Canebière, einer der großen Hauptstraßen, gibt es einen Laden über mehrere Etagen, la Maison Empereur. Es ist die erste “Quincaillerie” (Blech-und Metallwarenladen das sich auch mit der Zeit zum großen Basar verwandelt hat) Frankreichs. Der Laden ist seit fast 190 Jahren eine echte Institution für die Einwohner von Marseille. Heute wird das Geschäft von Laurence Renaux-Guez, der Vertreterin der sechsten Generation ihrer Familie, geführt. Neben Küchenartikeln, Besteck, Kleidung, Haushaltswaren, Heimwerkerartikeln und Gartenartikeln, gibt es hier auch sehr viel seltenere oder sogar völlig ausgefallene Gegenstände, die zum stundenlangen Stöbern einladen. Alle Artikel im Laden sind handgefertigt.

Maison Empereur, 4 Rue des Récolettes, 13001 Marseille

Panisse und Bier auf den Höhen von Marseille

Und ein Tag in Marseille kann nicht ohne ein Apéro mit Panisse und Bier zu Ende gehen. Panisse, diese fritierte Kicherbsenpaste, gehört zum lokalen Stolz und wird gerne als Snacks oder Beilage gegessen. Der beliebteste Spot ist ohne Zweifel der Café de l’Abbaye (3 Rue d’Endoume, 13007 Marseille), wo sich sehr früh schon die Einwohner drängeln, um einen Platz auf der Terrasse zu finden. Hier bestellt man direkt an der Bar. Der Ausblick, die Stimmung und die warme Meeresbrise tragen dazu bei, dass man sich wunderbar fühlt. So kann der Tag langsam ausklingen, bevor es zurück nach Hause geht.

Andere Adressen:

ESSEN

Omer
Mediterrane Küche
13 Place Notre Dame du Mont,
13006 Marseille

Le relais Corse
Leckere Tapas aus Korsika
49 Avenue du Prado,
13006 Marseille

KULTUR

MUCEM (Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée)
Ein Museum, dessen Architektur genauso beeindruckend ist wie seine Ausstellungen
1 Esplanade du J4,
13002 Marseille

Hospice de la Charité
Absolut sehenswertes Monument im Panierviertel
2 Rue de la Charité,
13002 Marseille

APERITIF

Rowing Club
Wahrscheinlich die beste Aussicht in ganz Marseille
34 Boulevard Charles Livon,
13007 Marseille

Le bar sur la mer Noctilio
Eine Bar auf einem Boot!
Fort St Jean, Prom. Louis Brauquier,
13002 Marseille

Photo credits: Maison Empereur Facebook, Caravelle Facebook, Café de l’Abbaye Facebook, Coutellerie du Panier Facebook, Atelier Celadon Facebook, @Marie, @Elisa Azzali, @Giuliaduepuntozero

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