Barbecue: Alles für einen gelungenen Grillabend in der Provence

Barbecue: Alles für einen gelungenen Grillabend in der Provence

Die schönen, sonnigen Tage stehen vor der Tür und es wird immer schwieriger, einen Barbecue Abend hier in der Provence zu verweigern! (Wahrscheinlich ist das in Deutschland genauso!)

Also haben wir uns gedacht, dass wir für diese Ausgabe mal ganz pragmatisch werden und Ihnen einige Tipps geben, wie man sich in Frankreich auf solche Abende vorbereitet.

Das (Wurst)dilemma : Chipolata oder Merguez?

In Frankreich gibt es bei weitem nicht die gleiche Wurstauswahl wie in Deutschland. Die meisten Franzosen bestellen Chipolata und/oder Merguez. Der Unterschied?

Die Chipolata hat einen Durchmesser von 2 bis 2,5 cm und eine Länge von 15 bis 20 cm. Sie kann einfach aus Schweinefleisch zubereitet oder mit aromatischen Kräutern gewürzt werden: Thymian, Lorbeer, Salbei… Sie eignet sich sehr gut für Kinder und Menschen, die nicht unbedingt starkes Fleisch genießen.

Merguez besteht aus Hackfleisch, Rind- oder Hammelfleisch. Ihre mehr oder weniger dichte rote Farbe ist auf die Gewürzmischung im Fleisch zurückzuführen. Die wichtigsten Gewürze sind gemahlene Chilischoten, Paprika, Kreuzkümmel und Koriander. Je nachdem, wie sehr Sie Gewürze mögen, wählen Sie die Merguez nach Farbe und Fleisch aus. Je dichter die rote Farbe, desto ausgeprägter sind die Gewürze und desto schärfer die Merguez.

Wo kann man am Besten sein Fleisch einkaufen?

Auf dem Markt

Was gibt es besseres, als auf dem Markt zu schlendern, einen Kaffee zu trinken und nebenbei Fleisch und frisches Gemüse einzukaufen, um dann alles zu Hause vorzubereiten? Die Liste aller Märkte haben wir hier aufgeführt.

Maison Gustave “Gouin”

Ein kleiner Dorfladen in Coustellet, gegründet 1928, der sich zu einem schicken Laden entwickelt hat, mit einer Metzgerecke, hübschen Nudelgerichten, einem Weinkeller mit Flaschen aus allen Anbaugebieten, den edelsten, aber nicht immer und nicht den bekanntesten, Käse und Wurstwaren. Kurzum, das Lokal, das gleichzeitig ein Feinkostgeschäft und ein (sehr) gutes Restaurant ist.

47 A allée des Micocouliers, 84660 Maubec
Sonntag Nachmittags und Montag Nachmittags geschlossen

Boucherie Malavard

Seit 1979 und vier Generationen bietet das Haus Malavard Qualitätsfleisch und -produkte an. Eine wahre Institution in Apt.

8 Rue de la Sous-Préfecture, 84400 Apt
Montags ganztätig und Sonntag Nachmittags geschlossen

Chez Omar

Chez Omar ist eine preisgünstige Adresse, wenn Sie gerne Merguez und Lamm auf den Grill anbraten (für andere Fleischsorten weniger zu empfehlen). Die Halal Metzgerei befindet sich in Apt und das Personal ist sehr freundlich. Da Chez Omar ebenfalls ein begehrter Ort für die Einheimischen ist, muss man oft mit einer Warteschlange rechnen.

196 Quai de la Liberté, 84400 Apt
Montags geschlossen

Für Vegetarier / Veganer:

In Apt gibt es einen großen Bioladen (Luberon Bio), der auch viele Tofu-Optionen anbietet.

266 Av. de Roumanille, 84400 Apt
Sonntags geschlossen

Und als Beilage: Ratatouille oder Tian?

Auf den ersten Blick scheinen Ratatouille und Tian dasselbe zu sein. So sehr, dass ihre Namen oft austauschbar verwendet werden. Traditionell gibt es jedoch einige Unterschiede zwischen den beiden Gerichten.

Ursprünglich ist Tian ein geschichtetes Gericht mit dünnen Gemüsescheiben (Zucchini, Tomaten, Aubergine) auf einer Tomatensauce. Ratatouille verwendet ähnliche Zutaten (man fügt noch Paprika hinzu, was es im Tian nicht gibt), wird aber wie ein Eintopf zubereitet. Das Gemüse wird separat angebraten und dann in einen Topf gegeben, um es zu vermengen. Hier unsere Ratatouille-Version

Und zum Apéritif?

Dieser Artikel wird wieder einmal zu lang, wie ich gerade bemerke, deswegen heben wir uns eine detaillierte Weinauswahl für ein nächstes Mal auf. Sei hier nur angemerkt, dass es den “Cave de Sylla (406 Av. de Lançon, 84400 Apt) gibt. Die korporative Weingesellschaft bietet simple, lokale Tafelweine, der sich für einen ungezwungenen Grillabend gut eignen.

Zu knabbern gibt es ansonsten auf den lokalen Märkten tolle “Anti-pasti” für einen gelungen Apéritif:

  • Die famose Tapenade (Olivenpaste). Passen Sie auf, dass diese nicht zu salzig ist (in einigen Versionen gibt es Anchovis)

  • Oliven natürlich!

  • “Caviar d’Aubergine” (Auberginen-paste) ist eine tolle Alternative für die, die Oliven nicht mögen

  • Die “dents d’ail” oder “ail confit” gehören zu meinen absoluten Favoriten: eingelegte Knoblauchzehen, ein wahrer Genuss!

  • Es gibt aber so viele verschiedene Pasten auf den Marktständen, und oft kann man alles kosten, also bloß nicht zurückhalten!

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Zucchinigratin: Einfacher geht’s nicht!

Zucchinigratin: Einfacher geht’s nicht!

Wenn die Sonne scheint, bekommen wir Franzosen Lust auf Sommergemüse, und Zucchini sind in dieser Kategorie oft die ersten, die auf den lokalen Märkten angeboten werden. Gratin de courgettes (Zucchiniauflauf) ist das einfachste Rezept der Welt und eignet sich super als Beilage bei Grillabende oder auch als Hauptgericht.

Sie brauchen:

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 4 große reife Tomaten
  • 5 Zucchini
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 frischer Ziegenkäse
  • 100 g Gruyère (schweizer Käse), gerieben
  • Olivenöl zum Dünsten
  • Salz und Pfeffer

Das Gemüse vorbereiten: Von den Zucchini zunächst die Enden abtrennen und das Gemüse dann in Scheiben schneiden, die Tomaten enthäuten, Samen entfernen und grob hacken, die Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden, die Petersilie hacken.

Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und die Zwiebel weich schwitzen. Zucchini und Tomaten hinzufügen, gründlich durchmischen und etwa 20 Minuten garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Petersilie einstreuen.

Das Gemüse in einer Gratinform gleichmäßig verteilen, mit dem Gruyère und dem Ziegenkäse überziehen. Das Gericht in den vorgeheizten Backofen schieben (200°) und 20 bis 30 Minuten überbacken. Mit einem erfrischenden Rosé servieren… Bon appetit!

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Pissaladière: Traditioneller Zwiebelkuchen mit Sardellen und Oliven

Pissaladière: Traditioneller Zwiebelkuchen mit Sardellen und Oliven

Was in Deutschland der Zwiebelkuchen, ist in der Provence die Pissaladière. Eine Spezialität der Stadt Nizza, aber auch eine provenzalische Spezialität im weiteren Sinne. Der Name ist abgeleitet von peis salat (Nizza-Dialekt) und bedeutet „gesalzener Fisch“. Die Pissaladière kann man in einer Boulangerie oder auf einem Marktstand ergattern und wird als Aperitif, als Beilage oder als Hauptgericht mit einem grünen Salat gegessen.

Um dieses Gericht auch zu Hause bequem nachzumachen, braucht man:

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 20 g frische Hefe
  • 1 Glas lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Olivenöl

Für die Füllung:

  • 1,5 kg Zwiebeln, in Scheiben geschnitten
  • 15 Sardellenfilets in Olivenöl
  • 20 Schwarze Oliven
  • Tapenade (provenzalische Olivenpaste)
  • Thymian, Salz, Pfeffer, Olivenöl

Die Hefe zerbröckeln und im Wasser auflösen. Mit dem Mehl in der Küchenmaschine vermischen. Das Öl und die Prise Salz dazugeben und weitermischen, bis sich der Teig von selbst zusammenballt. Eventuell etwas Wasser oder Mehl hinzufügen. Den Teig zu einer Kugel formen, in einer Schüssel unter einem feuchten Küchentuch an einem warmen Ort 3 Stunden ruhen lassen.

Das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln mit dem Thymian etwa 30 Minuten bei niedriger Temperatur weich dünsten. Mit Salz abschmecken.

Den Backofen vorheizen (240° C). Den Teig noch mal kurz kneten, ausrollen und auf ein Backblech legen. Die Zwiebeln auf dem Teig verteilen, die Sardellenfilets und die Oliven darauf legen. Eventuell kann man auch den Teig vorher mit Tapenade bestreichen.

Die Pissaladière in den Backofen schieben und 20 bis 30 Minuten knusprig und goldbraun backen.

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Ratatouille: der provenzalische Klassiker

Ratatouille: der provenzalische Klassiker

Dieses leckere Gericht ist eines der beliebtesten der Provence, und jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Alle sind sich jedoch darüber einig, dass alle Gemüsesorten einzeln gekocht werden sollen! 

Sie brauchen:

  • 1 kg Zucchini, in 1 cm dicke Scheiben geschnitten
  • 1,5 kg Auberginen, ungeschält und in 1 cm dicke Scheiben geschnitten
  • 1,5 kg Tomaten, enthäutet und entkernt
  • 1 kg Paprika, entkernt und in schmale Streifen geschnitten
  • 500 g Zwiebeln, gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Thymian, Lorbeerblatt, Olivenöl

Und so wird es gemacht…

In einer große Pfanne das Olivenöl bei mittlerer Temperatur erhitzen und alle Gemüse einzeln etwa 30 Minuten braten. Bei Bedarf weiteres Olivenöl hinzugießen. Die Tomaten beiseite legen.

Das gebratene Gemüse wieder zusammenbringen, die Tomaten, den Knoblauch und die Kräuter untermischen. Salzen, pfeffern und zugedeckt bei niedriger Temperatur noch 30 Minuten schmoren lassen.

Alternativ kann man für diese Etape auch alle Zutaten in einem Schmortopf zusammenbringen und in den Ofen bei 180 Grad schieben für 30 Minuten. 

In einer flachen, irdenen Schüssel anrichten und sogleich servieren. Dazu schmeckt ein Glas  Rosé-Wein. Die Ratatouille kann auch kalt gegessen werden. Man sollte sie dann vor dem Servieren mit etwas Olivenöl und Zitronensaft abschmecken.

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Aigo Boulido: die lokale Knoblauchsuppe

Aigo Boulido: die lokale Knoblauchsuppe

Kaum zu glauben, dass man mit so wenig Zutaten und Aufwand eine so schmackhafte Suppe zubereiten kann! Die Aigo boulido, was auf Deutsch „gekochtes Wasser“ bedeutet, riecht nicht nur herrlich nach Thymian und Kräutern der Provence, sondern besitzt außerdem noch Heilkräfte. Der Zaubertrank stimuliert das Immunsystem und wird als Hausmittel gegen Erkältungen und Magenschmerzen sehr geschätzt. Sie können ihn ganz einfach mit Zutaten aus Ihrem Garten (oder dem Garten Ihres Ferienhauses) zubereiten…

Sie brauchen:

  • 1,5 l Wasser
  • 8 Knoblauchzehen (oder mehr)
  • 2 Thymianzweige
  • 10 frische Salbeiblätter
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 4 Eigelbe
  • Geröstete Baguettescheiben
  • Olivenöl

Und so wird es gemacht:

Die geschälten Knoblauchzehen mit einem Messer leicht breit quetschen. Das Wasser mit dem Knoblauch und den Kräutern in einem Suppentopf aufkochen lassen und zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen. 

Das Ganze etwa 15 Minuten ziehen lassen. Die Suppe dann sieben, salzen und pfeffern und wieder erhitzen.

In jeden Teller ein Eigelb geben, die kochende Suppe darüber gießen und mit einem Esslöffel Olivenöl beträufeln. Sogleich mit gerösteten Brotscheiben servieren.

Variante: Man kann die Eier auch in der Suppe pochieren.

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Bistrot des Roques: unser Restauranttipp in Saint Pantaléon

Bistrot des Roques: unser Restauranttipp in Saint Pantaléon

Wohin gehts? Saint Pantaléon

Diesmal befinden wir uns in Saint Pantaléon. Der Name kommt übrigens nicht von “pantalon” (“Hose”, keine “heiligen Hosen” also), sondern von Sankt Pantaleon, ein berühmter Arzt am Hof von Kaiser Maximian (4. Jh nach Christus). In einigen Regionen gilt er als Schutzpatron der Ärzte und Krankenschwestern.

Saint-Pantaléon ist umgeben von den Gemeinden Beaumettes, Gordes und Goult und liegt 15 km nordöstlich von Cavaillon, der größten Stadt der Region.

Bistrot des Roques: Ein Restaurant für verspielte Feinschmecker

Die zwei jungen Inhaber, Benoit und Charlotte, haben sich erst vor kurzem (2019) in Saint Pantaléon niedergelassen und ihr Bistrot des Roques eröffnet. Es gibt für uns mindestens 3 Gründe, dieses Restaurant zu besuchen:

  1. Das Restaurant wurde kürzlich mit einem Bib Gourmand Michelin ausgezeichnet. Michelin verteilt diese Auszeichnung an ein Lokal, das hochwertige Küche für weniger als 25 Euro in den Provinzen und 33 Euro in Paris anbietet (Preis für eine Mahlzeit ohne Getränke). In den Provinzen handelt es sich meist um eine regionale Küche.
  2. Nur Frisches darf in die Pfanne des Chefs! Deswegen wechselt das Menü regelmäßig, je nachdem, was es auf dem Markt oder lokal zu kaufen gab. Mittags liegt der Preis bei etwa 18€.
  3. Das Abendmenü “Je ne sais pas” (“Ich weiß nicht”) ist ein wahres Ratespiel für Feinschmecker, denn es wird vorher nicht angekündigt, was man serviert bekommt. Erst nach der Verkostung fragt der Kellner schmunzelnd, was denn gegessen wurde. Die Gäste können versuchen, die Zutaten zu erraten, bevor der Kellner das Mysterium auflöst.

Natürlich wird vor der Verkostung gefragt, ob es Allergien oder Abneigung zu bestimmten Produkten gibt, um schlechte Überraschungen zu vermeiden. Der Preis für das vier-Gänge Menü: 39€.

Als wir vor ein paar Wochen dort waren, gab es als Vorspeise Sommertrüffel, Buratta, Zuchini und Granatapfel. Der zweite Gang war ein Drachenkopf-Filet in Gewürz-sauce, Kichererbsenpüree mit Karotten und Kreuzkümmel. Der nächste Gang präsentierte sich als “ris de veau” mit schwarzem Puffreis, Bohnen und reduzierter Feigensauce. Das Dessert bestand aus frischen Erdbeeren, einem Weinbergpfirsich-Sorbet, einem Hauch von Mascarpone in Zartbitterschokolade und einem kleinen Kastaniencreme-Keks.

Natürlich gab es auch Wein (in diesem Fall ein weißer Côte du Rhône), den der Chefkoch empfahl.

Le Bistrot des Roques ist von Dienstag bis Samstag mittags und abends geöffnet. Reservierung nur telefonisch oder per SMS : +33 6 40 89 34 32

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